Herzinfarkt

Unter einem Herzinfarkt ( im Volksmund „ Herzschlag „) versteht man eine umschriebene Herzmuskelnekrose (Absterben von Herzmuskelgewebe) infolge unzureichender Sauerstoffversorgung durch die Koronararterien (Herzkranzgefäße).

Der Myokardinfarkt ist neben den malignen Tumoren die häufigste Todesursache in den Industrienationen. Die meisten Infarkte finden zwischen dem 5 und 6. Lebensjahrzehnt statt, Männer sind bis zu 5 mal häufiger und zunehmend jünger betroffen.

Frauen sind wahrscheinlich durch die weiblichen Sexualhormone vor der Menopause hinreichend vor Infarkten geschützt. In der BRD sterben jährlich etwa

65 000 Menschen an einem Herzinfarkt.

Pathophysiologie

Etwa 90 % aller Herzinfarkte entstehen durch eine KHK. Dabei lagern sich an den sklerotischen Gefäßwänden Eiweisse, Fette und Kalksalze ab und engen das Gefäßlumen ein. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung in den angeschlossenen Gebieten verschlechtert. Kommt es zusätzlich zu Thrombenablagerungen, Quellung der Innenhaut der Kranzgefäße oder einem Gefäßspasmus resultiert ein plötzlicher Gefäßverschluss, der den Herzinfarkt auslöst.

Betroffen ist fast immer die linke Herzhälfte, da sie einen höheren Sauerstoffbedarf hat und auf Sauerstoffmangel empfindlicher reagiert.

Die Risikofaktoren entsprechen denen der KHK (Koronare Herzkrankheit).

Symptome : Akut einsetzender, in den linken Arm, zum Hals, Rücken oder Oberbauch ausstrahlender retrosternaler Herzschmerz. Er kann alle Schweregrade bis zum Vernichtungsschmerz erreichen, dauert aber länger an als ein Angina Pectoris Anfall (über 30 Minuten).

Meist klingen die Schmerzen nach 1 - 3 Tagen ab.

Blässe, Unruhe, kalter Schweiss, fadenförmiger Puls, RR - Abfall mit kleiner Amplitude und zyanotische Lippen sind absolute Warnzeichen!

Ein kleiner Teil der Herzinfarkte bleibt klinisch stumm.

Die Sicherung der Diagnose erfolgt durch das EKG mit seinen typischen Veränderungen und den Anstieg bestimmter Enzyme im Blut ( CK-MB / Troponin T ).
Bei Bedarf findet eine sofortige Koronarangiographie statt.
Differentialdiagnostisch muss eine Lungenembolie, ein Spontanpneumothorax und akute Oberbaucherkrankungen ausgeschlossen werden.

Therapie : Der Herzinfarkt ist eine lebensbedrohende Erkrankung und bedarf sofortiger Krankenhausbehandlung! Intensivmedizinische Überwachung, Sedierung / Schmerzbekämpfung, Stabilisierung des Kreislaufs.
Antikoagulantientherapie zur Auflösung des Verschlusses ( Streptokinase o.ä. )
Sauerstoff ( 2 -4 l / min. )

Die häufig als Nebenwirkung auftretenden Rhythmusstörungen werden mit entsprechenden Medikamenten behandelt.

Bei Kreislaufstillstand - Reanimation ( Defibrillation ).

Nach der intensivmedizinischen Phase wird der Patient schrittweise mobilisiert, weiterhin sollen alle Belastungssituationen von ihm ferngehalten werden. Infarktpatienten benötigen eine aufmerksame Pflege da sie psychisch zumeist erschüttert sind und anfangs die Gefahr von Komplikationen sehr hoch ist.
Die Prognose hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert, ca. 60 - 70 % der Patienten können nach etwa einem halben Jahr ihre Arbeit wiederaufnehmen.
Die Letalitätsrate liegt bei 15 %.

Todesursache beim Herzinfarkt :

  1. Kardiogener Schock

  2. Rhythmusstörungen - Kammerflimmern, Asystolie, AV - Block

  3. Akutes Linksherzversagen, Lungenödem

  4. Lungenembolie ( Venenthrombose )

  5. Herzwandruptur ( Herzbeuteltamponade )

Wichtig ist zur weiteren Prophylaxe die Ausschaltung aller Risikofaktoren!

Diese Webseite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Hier erfahren Sie alles zum Thema Datenschutz & Cookies